Von Pfarrern und ihren Sorgen

Wie der SZ von heute, dem 1.12. zu entnehmen ist, machen sich auch deutsche Bürger aus dem Landkreis, genauer Markt Schwaben, Gedanken um den Staat, der sie neben dem eigenen am meisten interessiert: Israel.
Die Gruppe um den Pfaffen Fuchs entdeckte während einer Reise nach Israel „Schikane“ an Palästinensern. Man wußte aber nicht, „wie mit der Kritik an den Israelis umgegangen werden könne, ohne sich mit der Unterstellung einer antisemitischen Haltung auseinandersetzen zu müssen.“ Das hat sich mittlerweile geändert, da Pfaffe Fuchs „klare Grenzen zwischen Kritik und Antisemitismus“ entdecken konnte. Glücklicherweise fiel ihm zusätzlich noch ein, daß Israelis sowieso kein Recht hätten, Antisemitismus zu kritisieren, denn das könne schließlich niemand, „wenn er selber die Menschenrechte mit Füßen trete“.
Wir geben zu: Während der Lektüre des kurzen Artikels, dem wir alle Zitate entnommen haben, ist uns ein wenig übel geworden. Wir mögen nämlich keine Deutschen, die sich in einer Verantwortung für Israel sehen, die sich gerade darin äußert, daß man den Schutzstaat aller Jüdinnen und Juden möglichst hart be- und verurteilt. Wir mögen auch niemanden, der als überzeugter deutscher Bürger meint, überhaupt ein Wort zu Israel verlieren zu müssen. Wir mögen auch niemanden, der den Israelis vorwirft, ein instrumentelles Verhältnis zum Antisemitismus zu pflegen. Und erst Recht mögen wir niemanden, der gerade den potentiellen Opfern dieser mörderischen Ideologie versagen will, diese zu kritisieren.
Da wir aber nicht böswillig sind, schlagen wir Fuchs und seiner Gruppe eine andere Beschäftigung vor: Berichten Sie doch über die Zustände in der Umgebung ihres Wohnortes, so wie wir es tun. Aber halten Sie um Gottes Willen den Mund zu Israel, denn was dort geschieht, geht Sie als Mitglied jener Nation, die den industriellen Massenmord an 6 Millionen Jüdinnen und Juden durchgeführt hat, nun wirklich gar nichts an.

Solidarität mit Israel!


2 Antworten auf “Von Pfarrern und ihren Sorgen”


  1. 1 Crash 02. Dezember 2006 um 3:30 Uhr

    Unabhängig davon, dass auch ich an den Aussagen Fuchs einiges zu kritisieren hätte, finde ich diese Masche von vielen Antideutschen ziemlich bescheuert:

    „Aber halten Sie um Gottes Willen den Mund zu Israel, denn was dort geschieht, geht Sie als Mitglied jener Nation, die den industriellen Massenmord an 6 Millionen Jüdinnen und Juden durchgeführt hat, nun wirklich gar nichts an.“

    Die Staatsangehörigkeit eines Menschen sagt rein überhaupt nix über den Wahrheitsgehalt seiner Aussagen aus. Und wenn ihr einem Deutschen deswegen Kommentare zu Israel verbietet, affimiert ihr nur die Einteilung der Welt in Nationalstaaten und die damit einhergehenden Diskriminierungen statt diese zu kritisieren. Fuchs hat mit den Holocaust genau so wenig zu tun wie du oder ich, er lebt im Nachfolgestaat des 3. Reiches, aber das hat er sich genau so wenig wie du oder ich ausgesucht. Wenn ihr jemanden kritisiert, dann bitte auch seine Meinung und das mit Argumenten und nicht ihn persönlich nur weil er Deutscher ist. Das ist einfach lächerlich.

  2. 2 Administrator 02. Dezember 2006 um 3:49 Uhr

    Man ist nicht einfach so deutsch. Man ist das einerseits, dafür kann man dann wirklich nichts, weil der deutsche Staat eineN dazu gemacht hat. Man ist es aber auch andererseits, weil man es sein will, weil man sich selbst so definiert. Desweiteren verbieten wir Fuchs nicht, sich zu äußern, denn das können wir gar nicht. Wir kritisieren es, weil wir es für verkehrt halten, was er sagt und weil wir es für verkehrt halten, daß sich jemand, der sich als Deutscher begreift und handelt, dazu berufen sieht, Israel zu erklären, was es zu tun und lassen hat.
    Damit wird auch nicht die Einteilung der Welt in Nationalstaaten affirmiert, sondern wahrgenommen. Wir unterstellen Fuchs und seiner Gruppe, als deutsche Nationalisten nach Israel gefahren zu sein, um dort sozusagen „mal nach dem Rechten zu sehen“. Daß Auschwitz eine deutsche Tat war, ist für uns Grund genug, deutsche Nationalisten, die sich über Israel das Maul zerreißen, abzulehnen. Lieber wäre uns zwar eine Welt, die ohne jene Aufteilung in Nationalstaaten auskommt, aber was soll man machen? Bis dahin ist es notwendig, Israel gegen den Zugriff der Deutschen zu verteidigen, und sei er auch nur verbal, wie in diesem Fall.

    Ansonsten ist es uns übrigens eher egal, ob man uns für „Antideutsche“ (womit wohl die (Ex-)Linke zwischen Jungle World und Bahamas gemeint sein dürfte) hält, wollen aber doch darauf hinweisen, daß wir mit dieser Erscheinung nichts zu tun haben und das auch nicht wollen.

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